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Die Geschichte Ruhstorfs

 

Die im Jahre 1170 zum ersten Mal urkundlich erwähnte Gemeinde Ruhstorf liegt im Unteren Rottal.

Wie viele Ortschaften in unserer Gegend war Ruhstorf am Anfang seiner Geschichte im Besitz der Benediktinerabtei Vornbach. 1611 wurde Ruhstorf, das vorher Filialkirche von Sulzbach am Inn war, zur selbständigen Pfarrei erhoben. Zu dieser Zeit gab es am Ort schon einen Edelsitz mit Schloss. Dieses wurde im Laufe des Dreißigjährigen Krieges 1648 von den Schweden zerstört. Rings um Ruhstorf waren, teilweise wesentlich früher, selbständige Adelssitze entstanden. Die Existenz von Pillham, Kleeberg und Rotthof ist in alten Urkunden belegt.

Rotthof war schon zu Zeit der Römer besiedelt. Die weitum bekannte Rotthofer Siebenschläferkapelle wurde 1484 erbaut und 1506 geweiht. Die Stuckaufbauten stammen von dem berühmten Kößlarner Stukkateur Johann Baptist Modler. In der Kirche befindet sich ein Weihwasserbecken, das aus einem römischen Altar (Ara) und anderen Stücken römischen Ursprungs zusammengesetzt ist.

Ruhstorf selbst besitzt zwei Kirchen: Die barocke Kirche "Maria Himmelfahrt", 1780 unter Johann Narziß Modler gestaltet, und die moderne Pfarrkirche "Christus der König", die in den Jahren 1959-1962 vom Würzburger Dombaumeister Schedl errichtet wurde. Über Jahrhunderte dominierte in Ruhstorf die Landwirtschaft. Bauernhöfe und damit wirtschaftlich verbundene Handwerksbetriebe prägten das Ortsbild.



Entwicklung

Über Jahrhunderte war Ruhstorf von der Landwirtschaft und dem dazugehörigen Gewerbe geprägt. Erst kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert wandelte sich Ruhstorf durch die Gründung der Firmen Hatz und Loher allmählich zu einem Industrieort, wohl auch begünstigt durch die Eröffnung der Bahnstrecke Passau - Pocking im Jahr 1888.



 

Auch die Gründung des Bauunternehmens Capellaro und der Maschinenfabrik Wimmer in Sulzbach fallen in diese Zeit. Auch die aus einem kleinen Schlosserbetrieb hervorgegangene Herdfabrik Hörl in Ruhstorf genoss ebenso wie die beiden Kaufhäuser Lorenz und Wasner nach der Jahrhundertwende überregionale Bedeutung. Heute vertreiben die Firmen Hatz, Loher und MTU Onsite Energy ihre Produkte weltweit und machen damit Ruhstorf zum bedeutendsten Industriestandort des Rottals.

 

 

 

 

 



 

Zusammen mit der Nachbarstadt Pocking ist Ruhstorf seit 1993 im Landesentwicklungs- programm Bayern als gemeinsames Mittelzentrum eingestuft. 2003 überschritt die Einwohnerzahl Ruhstorf die 7000er - Grenze. Die kontinuierliche Entwicklung des Ortes in den vergangenen zwei Jahrzehnten, das Vorhandensein öffentlicher Einrichtungen, die Infrastruktur mit überregionaler Bedeutung sowie die herausragende Stellung als Industriestandort waren Anlass dafür, dass die Gemeinde im November 2008 zum Markt erhoben wurde.

 

 



Siedlungsgeschichte

 

Zahlreiche Funde und Ausgrabungsobjekte aus allen Teilen des Marktes, teilweise zurückgehend bis in die Jungsteinzeit belegen, dass das Gebiet eine uralte Siedlungs- und Kulturlandschaft ist. Grabsteine an den Kirchen in Eholfing und Rotthof zeugen von römischer Besiedelung.
Im Zuge der Erschließung des Baugebietes Barthlmannfeld im Jahr 1999 in Sulzbach legte die Kreisarchäologie ein bayuwarisches Gräberfeld, das um die Jahre 700 n. Chr. datiert wird und ein einzigartiges Doppelgrab frei.

 

 

 



Historische Bauten

 

Die Geschichte der spätgotischen Kirchenbauten von Berg, Eholfing, Hader, Rottersham, Rotthof und Sulzbach geht auf wesentlich ältere Bauten zurück, worüber aber nur schriftliche Quellen kaum Auskunft geben. Besonders erwähnenswert ist die Rokokoausstattung der europaweit einmaligen Siebenschläferkirche in Rotthof der bekannten Stuckateure Johann Baptist und Balthasar Modler aus Kößlarn. Aus dem Spätrokoko stammt die Ruhstorfer Marienkirche. Aufsehen erregte auch der vor knapp 50 Jahren errichtete Bau der Christkönig-Kirche, die auf einem Hügel über Ruhstorf thront. Erwähnenswert ist weiter das aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammende Schloss in Kleeberg mit seinen barocken Stuckarbeiten. Ein besonderes Kleinod ist die Schlosskapelle mit ihrer Stuckdecke von Johann Baptist Modler.


Literaturhinweis

Zu den Kirchbauten liegen verschiedene Drucksachen auf:

  • Der Kirchenführer (Siebenschläferkirche in Rotthof 1506 bis 2006) - Die Festschrift mit Chronik der Pfarrei
  • 500 Jahre Marienkirche Berg (1485 - 1985) - Festschrift mit Chronik der Pfarrei
  • Chronik der Pfarrei Ruhstorf zum Jubiläumsjahr 1988 (200 Jahr - Feier der Weihe der Marienkirche und 800 Jahr - Feier der ersten Erwähnung der Kirchen Ruhstorf, Rotthof und Rottersham)
  • 1200 Jahre Stephanus-Kirche in Sulzbach (788 - 1988) -Chronik der Pfarrei Sulzbach a. Inn
  • 500 Jahre Ruhstorf (11. April 795 - 1995) - Verfasser: Dr. Oswin Rutz
  • Marienkirche Ruhstorf - Geschichte der drei Orgeln - herausgegeben aus Anlass der Renovierung Hiendl-Orgel - Baujahr 1960 - Verfasser: Wilhelm Spitzenberger


Hinweis: Alle die Schriften sind über den Markt Ruhstorf a.d.Rott oder das Pfarrbüro Ruhstorf (Tel. 08531-3545) erhältlich.



Historische Luftaufnahmen